Zeitung durch Zeitung

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SEITE 1 MARZ 3, 2008 – DEUTSCHLAND März 3, 2008

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Journalismus oder Propaganda? Fotos von getöteten Kindern sind Usus in der Berichterstattung aus dem Gaza-Krisengebiet. Als Mohammad Salem die Nachricht vom Tod der 21 Monate alten Salasabeel Abu Jalhoum im Radio hörte, wusste er, welche Geschichte er an diesem Tag verfolgen würde. Seit vier Jahren knipst der Fotograf für Reuters. „Wenn es eine Beerdigung von einem Kämpfer gibt und eine von einem Kind, dann gehe ich zu dem Kind“, sagt der 21-Jährige. „Das Kind ist schließlich unschuldig. Es hat nichts verbrochen.“ Dass diese Wahl politisch motiviert ist, streitet Salem ab. Bei der jüngsten Operation der israelischen Armee seien besonders viele Kinder ums Leben gekommen, sagt er.

Salasabeel spielte mit ihren Geschwistern im Haus ihrer Eltern, als sie am Sonntagmorgen von den Splittern einer Rakete getötet wurde, die unmittelbar bei den Nachbarn einschlug. Mit schweren Blutungen am Kopf griff der Vater Majib Mohammad das Mädchen und brachte es und drei seiner ebenfalls verletzten Söhne sofort ins Krankenhaus. Nach sechs Stunden, in denen die Ärzte das Baby zu retten versuchten, starb Salasabeel. „Sie (die israelischen Soldaten) haben ganz plötzlich aus der Luft angegriffen“, berichtet ihr Vater. Aus dem Viertel seien vorher „keine Kassams abgeschossen“ worden.

Das tote Mädchen – abgebildet auch auf dem taz-Titel von Montag – wird zunächst nach Hause, ins Flüchtlingslager Dschabalia, gebracht und von dort aus zur Moschee, schon eingehüllt in das grüne Tuch der Hamas. „Die Hamas bezahlt die Beerdigung“, sagt Majib Mohammad, der arbeitslos ist und die hohen Kosten dafür nicht tragen könnte. Neben Trauerfeier und Bestattung muss die Verpflegung der Trauergäste bezahlt werden, die der Familie in den drei Tagen nach dem Todesfall Beistand leisten. Rund 3.000 US-Dollar müsse man dafür aufbringen, schätzt Majib Mohammad. „Wenn die Fatah uns Hilfe angeboten hätte, dann wäre uns das auch recht gewesen.“ Dann wäre der tote Körper von Salasabeel in ein blaues Tuch gewickelt worden.

Mohammed Salem verfolgt mit seiner Kamera die letzten Stationen bis zum Friedhof. Salem war selbst noch Kind, als zwei seiner Brüder während der ersten Intifada von israelischen Soldaten erschossen wurden. Oft entscheide er eigenständig über seine täglichen Projekte, es sei denn, die Redaktion habe andere Wünsche. Die Auswahl der Bilder, die an die Redaktion gegeben werden, werde nach „strikt professionellen Kriterien“ vorgenommen, erklärt Salem. Seiner Ansicht nach kontrolliere weder die Hamas die Journalisten bei ihrer Arbeit noch versuche sie Einfluss zu nehmen.

 

http://www.taz.de

 

SEITE 1 MARZ 2, 2008 – OSTERREICH März 2, 2008

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Eigentlich interviewte Künstler Peter Wagner Zeitzeugen zum Thema „Zehn Jahre Roma-Attentat“. Doch was er in einem dieser Gespräche vor drei Jahren erfuhr, war für ihn Anlass, ein siebenteiliges Projekt (siehe Bericht unten) zu initiieren, das sich mit dem Schicksal der Oberwarter Juden nach dem Anschluss vor 70 Jahren an Nazideutschland auseinandersetzt. Wagner hatte von Rechtsanwälten, Ärzten, Geschäftsleuten erfahren, die – kurz nach dem 13. März 1938 – beim Stadtpark in Oberwart den Gehsteig kehren oder mit Zahnbürsten reinigen mussten. Sie wurden mit Gewehren bewacht von ehemaligen Nachbarn, Freunden, Bekannten. Der Geschichtsschreibung ist der Vorfall nicht bekannt. „Die Tatsache, dass diese massiven Demütigungsakte auch in meiner Heimat stattgefunden haben und sich bis heute nie jemand damit auseinandergesetzt hat, hat mich zutiefst betroffen gemacht und nicht los gelassen“, sagt Peter Wagner.

Denn weder öffentlich noch privat wurde der dunkle Teil der Oberwarter Geschichte jemals aufgearbeitet. Im Rahmen von „zone38 – 70 Jahre Anschluss“ will eine Künstlergruppe und das Offene Haus Oberwart diese Vertreibung, Demütigung und Enteignung nicht nur aufzeigen, sondern in begleitenden Workshops mit Schülern aufarbeiten und gleichzeitig einen Bezug zur Gegenwart herstellen.

Basis für die einzelnen Projekte – das erste wurde Montag in Oberschützen eröffnet – sind Recherchen der Künstler und Befragungen der Oberwarter Bevölkerung, an denen sich auch Bürgermeister Gerhard Pongracz beteiligt.

Peter Wagner hat etliche Versuche gestartet, das Anschlussdenkmal in Oberschützen in eine künstlerische Aktion einzubeziehen. Bisher vergebens. Nun hat er im Rahmen von zone38 die Straße, die zum Denkmal und in die Gemeinde führt, mit 70 schwarzen Holzpflöcken drapiert. Eröffnet wurde „PFLÖCKE/Korridor“ am Montag von Walter Prior.

Am 15. März wird im Stadtpark Oberwart die Objekt- und Soundinstallation „Von Besen und Bürsten“ von Sabine Maier und Eveline Rabold präsentiert. Vor Ort sollen Workshops mit Schülern stattfinden, zudem werden die Künstler mit Jugendlichen über Diskriminierungsrituale in der Gegenwart arbeiten. Am 19. April (18 Uhr) wird im OHO eine Ausstellung (Ursula Mindler, Wolfgang Horwath) eröffnet, die die Zeit vor dem Anschluss und die Folgen für Oberwart dokumentiert. Im Herbst bringt Clemens Berger das Theaterstück „Ich kann euch nicht mehr hören“ auf die OHO-Bühne. Dabei kommunizieren Riesenpuppen (Vertriebene) mit Schauspielern (Menschen von heute). Den Abschluss des Projektes bildet ein Orchesterkonzert im November mit Kompositionen von Kamil Polak, Wolfgang R. Kubizek und dem Israeli Tzvi Avni.

Auch in Oberschützen will man die Zeit vor 70 Jahren im Rahmen der Reihe „Ein Dorf und seine Geschichte“ aufarbeiten. Der Museumsverein lädt am 18. April zum Symposion. Zudem will man Bürgern die Möglichkeit geben, über die 1938 zu sprechen. Begleitet wird dies vom Zeitzeugen Wilhelm Grabenhhofer und vom Museumsverein. www.hausdervolkskultur.at

http://www.kurier.at

 

SEITE 1 FEBRUAR 21, 2008 – DEUTSCHLAND Februar 21, 2008

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1934 hatte sich Adolf Hitler einen Volkswagen gewünscht, der 990 Reichsmark kosten sollte. 1938 wurde mit dem Bau der Volkswagenwerke in Braunschweig und Fallersleben begonnen. Das deutsche Volk sollte mobiler werden, der Arbeiter sollte sich ein Auto kaufen können – einen echten Volkswagen eben. Der Reichsverband der Automobil-Industrie erhielt 1934 den Auftrag zur gemeinsamen Planung einer Limousine für drei Erwachsene und ein Kind, mit drei bis vier Litern Benzin-Verbrauch und einer Spitzengeschwindigkeit von 80 Stundenkilometern, schreiben Manfred Grieger, Historiker der Volkswagen AG, und der Historiker Hans Mommsen in ihrem Standardwerk „Das Volkswagenwerk und seine Arbeiter im Dritten Reich“. Die deutschen Autobauer lehnten Hitlers Wunsch als „Luxusspielzeug“ ab und gaben dem Volkswagen keine Chance.Der Reichsverband reichte den Auftrag immerhin an den aus Österreich stammenden Automobilkonstrukteur Ferdinand Porsche durch. Porsche hatte in Stuttgart ein eigenes Konstruktionsbüro und galt als äußerst begabt. 1936 zeigte Porsche ein erstes Modell des Volkswagens. 990 Reichsmark als Kaufpreis hielt Porsche allerdings für illusorisch. Er selbst rechnete mit 1500 Reichsmark. „So viel kosteten auch schon die Kleinwagen DKW Meisterklasse, Opel P4 und Ford Eifel“, erklärt Bernd Wiersch, ehemaliger Historiker der Volkswagen AG. 1937 hatte die Deutsche Arbeitsfront, die nationalsozialistische Einheitsgewerkschaft, das Projekt Volkswagen in die Hand genommen. Ferdinand Porsche gehörte zu den drei Geschäftsführern der neu gegründeten „Gesellschaft zur Vorbereitung des Deutschen Volkswagens“. Aus dem Projekt Volkswagen wurde das Projekt KdF-Wagen. KdF stand für „Kraft durch Freude“, die nationalsozialistische Freizeitorganisation, die der Deutschen Arbeitsfront untergeordnet war. Der KdF-Leiter Bodo Lafferentz gehörte ebenso als Geschäftsführer der Gesellschaft an wie Jakob Werlin, Generalinspektor Hitlers für das Kraftfahrwesen Das Werk sollte nach dem Vorbild der Ford-Werke in den USA entstehen. Die nötigen Maschinen sollten ebenfalls aus den USA importiert werden. Den Standort für das Volkswagenwerk hatte Hitler umrissen: gelegen an einem Fluss mit günstiger Straßenverkehrs- und Bahnanbindung. Zum Beispiel Tangermünde. Bei Fallersleben, nördlich des Mittellandkanals, war das Gelände schließlich gefunden. Die Entscheidung für Fallersleben fiel erst im Januar 1938, obwohl der Autobahnanschluss erst noch gebaut werden musste. „Der Vorteil war die Ebene, die das Aller-Urstrom-Tal geschaffen hatte. Man brauchte eigentlich nur die Bodenplatten zu gießen und konnte mit dem Bau beginnen“, sagt Wiersch. Baubeginn und Grundsteinlegung sollten am Donnerstag, 24. Februar sein. „Der Führer hatte keine Zeit an diesem Tag“, sagt Wiersch. Es ließen sich mit dem Volkswagen und dem Volkswagenwerk keine Propaganda mehr machen – allein schon wegen der Zeitverzögerungen: Hitler hatte noch 1937 den Produktionsbeginn für Februar 1938 und den ersten Volkswagen für Anfang 1939 angekündigt. 1938 kündigte er beides nicht mehr an. So waren es schließlich ein paar Arbeiter, die am 24. Februar 1938 sang- und klanglos mit dem Bau des Werks begannen. Tags zuvor, am Mittwoch, 23. Februar, war der erste Spatenstich für das so genannte Vorwerk in Braunschweig erfolgt – auch ohne feierlichen Akt und auch ohne Hitler. Das Braunschweiger Vorwerk war als Ausbildungsstätte für eine Elite von Kraftfahrzeugmechanikern gedacht, die nach der Lehre in Fallersleben mit der Produktion des Volkswagens beginnen sollten.

http://www.newsclick.de

 

SEITE 1 FEBRUAR 16, 2008 – TÜRKEI Februar 16, 2008

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Unbekannte haben in der Nacht zum Freitag im baden-württembergischen Aldingen bei Tuttlingen ein überwiegend von Türken bewohntes Haus in Brand gesteckt. Alle 14 Bewohner – neun Erwachsene und fünf – Kinder konnten sich retten. Die Ermittler gingen von Brandstiftung aus. Es gebe aber keine erkennbaren Hinweise auf einen fremdenfeindlichen Hintergrund. Nach Angaben der Polizei entdeckte ein Schichtarbeiter das Feuer, das gegen 01.20 Uhr ausgebrochen war. Der Mann klingelte mit Hilfe der von ihm informierten Nachbarn alle Bewohner des brennenden Hauses aus dem Schlaf. Währendessen weitete sich das Feuer an der Außenwand von unten nach oben aus und vom Dachgeschoss nach innen.

http://www.takvim.com.tr

 

SEITE 1 FEBRUAR 5, 2008 – TÜRKEI Februar 5, 2008

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Fliege baby.  Bei einem der verheerendsten Hausbrände in Deutschland in den vergangenen Jahren sind im rheinland-pfälzischen Ludwigshafen neun Menschen ums Leben gekommen. 60 Menschen wurden verletzt. Die Brandursache war zunächst noch vollkommen unklar.

http://www.postagazetesi.net/

 

SEITE 1 SEPTEMBER 18, 2007 – DEUTSCHLAND September 19, 2007

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Die EU-Kommission hat sich in ihrem jahrelangen Rechtsstreit gegen den US-Konzern Microsoft vorerst durchgesetzt. Das Europäische Gericht erster Instanz bestätigte das Vorgehen der Brüsseler Wettbewerbshüter gegen den Softwarekonzern.

Sowohl die vor drei Jahren verhängte Rekordgeldstrafe von 497 Millionen Euro als auch die damit verbundenen Auflagen seien angesichts der Schwere und Dauer des Marktmissbrauchs gerechtfertigt, urteilte das EU-Gericht gestern in Luxemburg.

www.welt.de