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SEITE 1 FEBRUAR 20, 2008 – CANADA Februar 20, 2008

Gespeichert unter: Kuba, Politik — tapasluis2221 @ 10:07

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Kuba steht vor einer Zeitenwende: Machthaber und Revolutionsidol Fidel Castro hat nach fast einem halben Jahrhundert an der Staatsspitze seinen Rückzug angekündigt. Der 81-Jährige erklärte gestern, er strebe keine weitere Amtszeit als Präsident an und werde auch keine Wiederwahl annehmen. Der ehemalige Guerillakämpfer war abgesehen von einigen Monarchen der weltweit am längsten regierende Staatschef und hat vor der Haustür der USA einen kommunistischen Staat geschaffen, der selbst den Zusammenbruch der Sowjetunion überstand. Die Erklärung des Revolutionsführers wurde in der Nacht in der Onlineausgabe der Parteizeitung “Granma” und von der amtlichen Nachrichtenagentur “Prensa Latina” veröffentlicht. “Liebe Landsleute, ich teile Euch mit, dass ich die Ämter des Präsidenten und des Oberkommandierenden der Streitkräfte nicht anstrebe und auch nicht annehmen werde”, hieß es in seiner Erklärung. Die Kubaner, von denen die meisten nur Fidel Castro an der Spitze ihres Staates erlebt haben, erfuhren die Nachricht erst am frühen Morgen. Das Jugendblatt “Juventud Rebelde” schrieb, Castro habe seine Erklärung ohne “Dramatik” abgegeben. Raúl Castro kann mit seinen 76 Jahren nur Übergangsfigur bleiben. Er repräsentiert zusammen mit den Armeegenerälen die alte Garde der Revolution. Sie kontrollieren die Armee, die innere Sicherheit und die Wirtschaft in Kuba.  Castro überstand in den 49 Jahren seiner Herrschaft eine vom US-Geheimdienst CIA gesteuerte Invasion in der Schweinebucht, Anschläge sowie das mit mehr als vier Jahrzehnten längste US-Handelsembargo. Dieses war von Bush noch verschärft worden, um die Karibikinsel zu isolieren.  Auf den Straßen Havannas wie in Miami, der Hauptstadt der kubanischen Exilgemeinde in den USA, fielen die Reaktionen gedämpft aus. Der Schritt sei zu erwarten gewesen und werde keine schlagartigen Veränderungen bringen, sagten Kubaner, die nicht genannt werden wollten. Von seinen Kritikern als Diktator verurteilt, wird Castro in vielen Staaten der Dritten Welt dafür bewundert, dass er den USA standgehalten und ein kostenfreies Bildungs- und Gesundheitssystem auf dem Niveau von Industriestaaten errichtet hat. Castro versuchte aus Kuba eine gerechte Gesellschaft zu machen, schuf dabei nach Ansicht seiner Gegner aber einen Polizeistaat. Für die Anti-Globalisierungs-Bewegung ist Castro eines der wichtigsten Vorbilder und wird genauso verehrt wie Che Guevara.

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