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SEITE 1 FEBRUAR 26, 2008 – USA Februar 26, 2008

Gespeichert unter: Norwegen, Technik — tapasluis2221 @ 11:11

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Die Arche Noah ist kein biblisches Holzboot mehr, sondern eine futuristische Bunkeranlage in der Arktisregion. In der am Dienstag eröffneten internationalen Spitzbergen Samenbank sollen bis zu 4,5 Millionen Pflanzensamen eingelagert werden. Dort sollen sie für die nächsten 1.000 Jahre sicher geschützt liegen, wo ihnen Sintfluten, der globale Klimawandel oder Pflanzenseuchen nichts anhaben können.

Das Paradies stellt man sich jedoch anders vor: Der graue Neubau ist dem kargen Permafrostboden auf Spitzbergen abgetrotzt, die Stollen, in denen die Samen gelagert werden sollen, reichen gut 120 Meter tief in die Erde. Am Montag hatte lag die Außentemperatur bei Minus 15 Grad, im inneren sorgen Kühlanlagen für kontinuierliche Minus 18 Grad. Karge blau-orange Metallregale warten in drei Betonschächten, die jeweils etwa 10 mal 27 Meter groß sind, auf die kleinen Alubehälter, die dort Jahrhunderte liegen sollen.

Die ersten 600 Behälter mit elf Tonnen des biologischen Weltkulturerbes sind schon auf Spitzbergen angekommen: 20 Samenbanken aus aller Welt haben sie geschickt. Spitzbergen ist gewissermaßen die Super-Samenbank, sie dient als sicheres Backup für die weltweit 1.400 Samenbanken. Die bunkerähnliche Anlage, nur rund 1.000 Kilometer vom Nordpol entfernt, liegt auf dem norwegischen Archipel Svalbard (Spitzbergen) und soll sowohl schweren Erdbeben als auch einem möglichen direkten Atomschlag standhalten.

Doch die Samenbank ist ein internationales Projekt: Der Welttreuhandfonds für Kulturpflanzenvielfalt wurde von der Welternährungsorganisation (FAO) und einer römischen Forschungseinrichtung, Internationale Biodiversität, gegründet. Alle Länder der Welt können ihre schützenswerten Pflanzensamen auf Spitzbergen einlagern und auch jederzeit wieder zurückfordern. Den symbolischen Anfang machte am Dienstag eine Kiste mit Reissamen aus 104 Ländern.

Die Samenbank sei wie eine globale Rückversicherung des Artenschutzes. Auf der Hauptinsel Longyearbyen rund 660 Kilometer nördlich des Festlandes, leben nur gut 2.000 Menschen, das Gebiet ist entmilitarisiert. Doch die bewaffneten Wachleute der Samenbank müssen sich gegen Eindringlinge zur Wehr setzen: Rund 3.000 Eisbären treiben auf der Insel ihr Unwesen.

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